Clowns im Altenheim
Klinikclownerie – ein Lichtstrahl in Demenzheimen und Gerontopsychiatrie
Der Schwerpunkt unserer Arbeit mit dementen oder psychisch kranken, alten Patienten ist Bewegung. Das meint Bewegung im wörtlichen Sinne: die Clowns animieren zu körperlichen Aktionen, zu gemeinsamen Spielaktivitäten und Erlebnissen aber sie setzen auch Emotionen in Bewegung: sie holen die Patienten aus ihrer Lethargie, aus Trauer, Depression und manchmal auch Verwirrung.
Für uns Clowns ist dies eine besondere Herausforderung; während Kinder im Allgemeinen auf uns zukommen und sich gern begeistern lassen, müssen wir ältere erkrankte Menschen viel behutsamer, individueller und mit größtem Einfühlungsvermögen ansprechen.
Auch hier hilft die Figur des Clowns, seine Andersartigkeit bietet Anknüpfungspunkte für Kontakte. Er redet nicht viel, ist emotional direkt, in seinen Aktionen konkret physisch und kennt keine moralischen Bewertungen.
So verlieren Situationen, die mit Scham, Angst und Trauer besetzt sind ihre Schwere durch Humor und kreative Ideen wie man mit diesen Situationen noch umgehen kann oder sie sich umdeuten lassen.
Der Clown vermittelt die Leichtigkeit auch im Scheitern, Lust an den kleinen Dingen. Er bringt Farben und Musik ins Leben und Erleben und macht so die Welt sinnlicher. Den realen Einschränkungen wird die unbegrenzte Welt der Fantasie entgegengesetzt.
Für einige Senioren, die im Gegensatz zu den Kindern oft keine oder wenige Besuche bekommen, ist der Clown eine wichtige emotionale Bezugsperson. Er teilt die Gefühle und schenkt Zeit, Aufmerksamkeit und Zuwendung.
Die Senioren erleben die Figur des Clowns als liebevoll und liebenswert, ihm wird keine Hierarchie zugeordnet. So können sie sich ihm anvertrauen, von Gleich zu Gleich mit ihren Ideen und Geschichten, ganz egal, ob es die eigene Lebensgeschichte ist, eine Halluzination oder nur noch ein Bruchstück einer Geschichte.

